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Local Commerce: Die Digitalisierung des stationären Einzelhandels. Ein Markt mit großem Potential

Die kompetente Beratung des lokalen Verkäufers, sofort verfügbare Produkte, die angefasst und ausprobiert werden können: Auch wenn die Umsätze im Onlinehandel stetig steigen und der lokale Einzelhandel schwer zu kämpfen hat, gibt es gute Gründe für den Einkauf in einem Geschäft vor Ort.

Neben den klassischen Faktoren Service und Beratung gibt es einen neuen Trend, der die Kunden vermehrt in das lokale Geschäft um die Ecke lockt: Die Digitalisierung des stationären Handels, genannt Local Commerce oder Local-Based-Commerce. Das bedeutet aber nicht, dass ein Juwelier sein Sortiment nur noch online verkaufen soll. Local Commerce ist vielmehr eine Methode, Kunden im Internet auf sich aufmerksam zu machen und den Bekanntheitsgrad zu steigern, damit diese letztendlich vor Ort im Geschäft kaufen. Kurz gefasst erhöht Local Commerce die Frequenz am Point of Sale (POS) und lässt sich gut in das Marketing integrieren.

Denn immerhin 70 Prozent der Kunden des stationären Einzelhandels informieren sich laut dieser Google-Studie online über ein Produkt, bei 38 Prozent ist der anschließende Kauf im lokalen Einzelhandel nachweisbar. Dieses Vorgehen betitelt man in der Fachsprache mit dem sogenannten ROPO-Effekt, also: „Research Online, Purchase Offline“: Kunden suchen online und kaufen offline.

Der lokale Einzelhandel und Dienstleister profitieren von diesem neuen Modell: Er erreicht nicht mehr nur die gewohnte Lauf- und Stammkundschaft, sondern zusätzlich auch schon verloren geglaubte online-affine Käuferschaft. Local Commerce scheint der Schlüssel für Einzelhändler zu sein, um gegen Online-Konkurrenz anzukommen.

 

Ist Local Commerce für das eigene Geschäft sinnvoll und wie funktioniert die Umsetzung?

 

Es ist heutzutage unabdinglich, mit der E-Commerce-Konkurrenz, den reinen Online-Händlern, Schritt zu halten. Vier von fünf Kunden informieren sich vor dem Kauf im Internet. Und laut einer Google-Studie haben 50% der Smartphone-Nutzer, die sich im Vorfeld online informiert haben, am selben Tag Informationen im lokalen Ladengeschäft eingeholt. Ebenso 34% der Computer- und Tabletnutzer.

Folgendes Szenario: Während ein potentieller Kunde sich im Web informiert oder einfach nur surft, gelangt er auf die Unternehmenswebsite. Für Unternehmen stellt sich daher an dieser Stelle die Frage, wie der Kunde am besten in das eigene Ladengeschäft gelockt werden kann. Wie teilt man ihm online am besten mit, dass er sich vom Computer auf den Weg ins Ladengeschäft machen soll? Die folgenden Tipps können Unternehmen zur Kommunikation beim Local Commerce leicht umsetzen und sollen zudem aufzeigen, warum Local Commerce eine sinnvolle Ergänzung zum Offline-Tagesgeschäft darstellt.

 

1. Service-Vorteil nutzen:

 

Nutzen Sie die Tatsache, dass viele Kunden sich vor einer Kaufentscheidung im Internet informieren und leiten Sie den Kunden von dort aus in Ihr Geschäft. Denn Fachkompetenz in der Beratung und unschlagbarer Service können online nicht im gleichen Umfang geboten werden wie vor Ort.

 

2. Zeitfaktor Verfügbarkeit:

 

Besucht ein Kunde Ihr Geschäft, hat er die Ware sofort in den Händen. Er muss keine Versandkosten zahlen, keine Lieferzeit in Kauf nehmen oder zur Paketstation laufen, wenn er den Paketzusteller verpasst. Im eigenen Geschäft wird der Kunde persönlich bedient und kann das Produkt direkt kaufen bzw. die Dienstleistung sofort in Anspruch nehmen.

 

3. Rabatte online finden, offline einlösen:

 

Soziale Netzwerke, wie Facebook, Twitter oder Google+ sind beispielsweise ein passender Ort, um Marketing-Aktionen durchzuführen, wie z. B. Rabatte oder Sonderaktionen. Sie können beispielsweise einen Rabattcoupon veröffentlichen, den der Kunde ausdrucken oder auf dem Smartphone vor Ort vorzeigen kann, um im eigenen Geschäft bei ein Produkt oder Dienstleistung günstiger erwerben zu können.

 

4. Angebote online veröffentlichen:

 

Stellen Sie Ihrem Kunden den wöchentliche Werbeprospekt auf Ihrer Website zur Verfügung. So können diese von zu Hause oder über mobile Endgeräte in Erfahrung bringen, welche Aktionen Sie gerade anbieten.

 

5. Freunde-Empfehlungen im Newsletter:

 

Wer einen eigenen Newsletter versendet, kann diesen nutzen, um darin auf eine Rabatt-Aktion hinzuweisen. Wenn bestehende Kunden Sie an Freunde weiterempfehlen, beispielsweise über Facebook, Google+ oder andere Kanäle, erhalten beide einen Rabatt. Mit einem Rabattgutschein, der im Newsletter versendet wird (per Mail oder per Post), kann dies einfach umgesetzt werden. Zudem verstärkt ein Newsletter die Kundenbindung.

 

Local Commerce – Toys’r’Us: Ein gut umgesetztes Beispiel

 

Local Commerce_Omnea.de
 

Die bekannte Spielwarenkette Toys’r’Us durfte als einer der ersten stationären Händler eine neue Variante der Foursquare-App ausprobieren. Kunden, die in einem Toys’r’Us-Geschäft “eingecheckt” hatten, bekamen Rabattcoupons auf ihr Mobiltelefon geschickt. Diese konnten entweder sofort oder später bei einem Einkauf genutzt werden. Der Prozess ist dabei wie folgt: Ein Kunde befindet sich in der Nähe eines Toys’r’Us-Geschäftes und bekommt auf seinem Smartphone einen Hinweis angezeigt, dass diese Woche eine spezielle Marketing-Aktion wie z. B. eine Rabattaktion von Toys’r’Us läuft. So erhält der Kunde direkt einen Anreiz das Geschäft zu besuchen. Für Toys’r’Us hat sich die Integration der App von Foursquare gelohnt. Das Unternehmen konnte dadurch an Umsatz gewinnen

 

Fazit – Local Commerce schafft Mehrwert

 

Local Commerce stellt einen einfachen und kostenlosen Weg dar, um Neukunden zu gewinnen sowie Kunden zu binden. Bringen Unternehmer das Bewusstsein mit, dass sich Marketing-Maßnahmen profitabel ins Internet verlagern lassen, der Kunde aber weiterhin zusätzlich im eigenen Geschäft einkauft, wird ein hoher Mehrwert geschaffen. Local Commerce kann zudem eine Chance sein, einen aktiven Austausch mit dem Kunden zu initiieren, der im Geschäft manchmal zu kurz kommt. Auch Kritik auf Bewertungsportalen kann – wenn Unternehmen sie ernst nehmen – Servicelücken aufdecken und sowie positive Bewertungen und schlussendlich eine gute Reputation im Internet fördern.

Bei Betrachtung der verwendeten Smartphones und anderer mobiler Endgeräte ist sofort erkennbar, dass der Trend zum mobilen Surfen im Internet anhält: „Die Zukunft ist mobil“. Je weiter die Smartphones und Tablets entwickelt werden, desto stärker verliert der Computer im Alltag an Bedeutung. Händler sollten daher die mobilen Endgeräte des Kunden bei Local Commerce-Maßnahmen verstärkt in den Fokus nehmen.

 

 

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